FROHE OSTERN |
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Llica, am Ostermontag 2006
Liebe Leser des Web-Tagebuches in "LLICA-BOLIVIEN.DE":
Seit der Schaffung einer spanischen Fassung des Tagebuches, dem "Web-Diario", sind Sie, die Deutschsprachigen, leider etwas ins Hintertreffen geraten. Das soll sich aber bessern.
Zunächst wünsche ich Ihnen allen nachträglich noch eine FROHE und GESEGNETE OSTERZEIT. Die hat ja gerade eben erst begonnen.
In meinem letzten Bericht vom 20. März erwähnte ich die "STUDENTENUNRUHEN" an unserer pädagogischen Fachhochschule. Die Gemüter haben sich inzwischen wieder beruhigt, jetzt denken aber die Dozenten derselbigen ans Streiken, nachdem sie seit drei Monaten ohne Gehalt sind. Mit dem Wechsel der Schule von der Uni in Potosí zum Erziehungsministerium trat diese unerfreuliche Situation ein.
Nach einigem Tauziehen soll in diesen Tagen der Unterricht für 2 neue Anfangssemester beginnen, bei denen ich auch wieder "Ethik und Moral" unterrichten werde, Sozialismus hin, Sozialismus her ...
Vor Kurzem erhielt ich von der Deutschen Botschaft in La Paz die freudige Email, dass unser Projekt für einen Kindergarten auf dem Gelände der INS bewilligt wurde.
Alle Augen richten sich derzeit auf den bevorstehenden Besuch des Präsidenten Evo Morales in Llica. Er soll hier eine kleine Landwirtschaftsausstellung eröffnen. Zu dieser kommen dann auch der Präfekt aus Potosí, einige Abgeordnete sowie Gäste aus dem In- wie Ausland. Für die Lliqueños bietet die Präsenz hochrangiger Persönlichkeiten die Möglichkeit, diese mit Projektanträgen zu beehren. Da die derzeitige Regierung "links" steht, werden in den Geschäften Poster von Che Guevara und Fidel Castro zum Schmuck der Häuser angeboten.
Seit zwei Monaten habe ich keine Post mehr aus Deutschland erhalten. Die für die Postbeförderung zuständige bolivianische Fluggesellschaft LAB steht kurz vor dem Aus und so werden die Postsäcke eben auch nicht mehr weitergeleitet.
Vom Klima her ist es merklich kälter geworden, der Herbst hat Einzug gehalten.
Con saludos cordiales
P. Dietmar.
Datum: 17.04.2006 22.04 Uhr
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ein Tag in Llica wie nicht jeder ... |
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Llica, am 20. März 2006
Liebe Leser meines Tagebuches,
heute möchte ich wieder 'mal von mir hören lassen, zumal selbst im kleinen Llica nie der Erzählstoff ausgeht. Der Tag in Llica, in der Tat, nicht wie ein jeder ...
Am späten Vormittag zogen Hunderte von Studenten der Fachhochschule mit Transparenten und in Sprechchören durch die Strassen Llicas und forderten eine Senkung der hohen Mieten, Transportkosten und Lebensmittelpreise. Der Zug endete vor Bürgermeisteramt. Der Gewerkschaftssekretär der Studentenschaft hielt dann eine kämpferische Rede, deren Höhepunkt die Androhung war, dass, wenn nicht innerhalb von 2 Tagen die Sache geregelt sei, die Geschäfte Llicas geplündert würden. Daraufhin versuchte der Bürgermeister 'was zu erwidern, was aber grösstenteils im Gegröle der Menge unterging mit Rufen wie "muerte al alcalde".
Am Nachmittag wagte ich mich dann in den von Studenten besetzten Innenhof des Institutes vor und schoss mit Erlaubnis des Streikkomitees auch einige Fotos von der zur Direktion zugemauerten Türe. Auf der Strasse vorm Gebäude standen ratlos einige Professoren herum. Im Schulhof protestierte man für eine Angliederung der Normal ans Erziehungsministerium, was schon x-mal angekündigt worden war, aber bislang nicht realisiert wurde.
Der Tag endete dann friedlich, viele Protestler entspannten sich auf den verschiedenen Zementplätzen der Stadt beim Minifussball. Ein Tag, wie nicht jeder in Llica ...
Verbleibt mir, euch alle, lieber Leser, herzlich zu grüssen, in der Hoffnung, dass es bald wieder ruhiger wird. Wir sind doch jetzt auf dem Weg zum Sozialismus, und nach meinen alten Schulkenntnissen darf es da keine Streiks mehr geben.
P. Dietmar Krämer
Datum: 20.03.2006 23.24 Uhr
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Saludos de Llica |
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Liebe Leser meines Webtagebuches!
Nachdem Bernd Adelmann aus Offenburg, mein Webside-Manager, wohl wegen des "erschlagenenden" Bildmateriales aus Llica mir einen neuen Server für meine Webseite eingerichtet hat, möchte ich heute am Samstagnachmittag 'mal ausprobieren, ob ich einen Gruss direkt von Llica in mein Web-Tagebuch bringe. Internet per Satelittenzugang funktioniert derzeit nur stundenweise vom Arbeitszimmer des Generaldirektors der Lehrerausbildungsstätte und den kann ich nicht zu häufig mit meinem Besuch belästigen. Zudem ist er nach Landessitte auch nicht immer nüchtern, d.h., im angetrunkenen Zustand dann weniger freundlich.
In Llica ist es nach wie vor recht ruhig, da der Semesterbeginn für die Studenten der Lehrerschule um einen Monat verschoben wurde. Von den 1000 Bewohnern Llicas sind 700 eben Studenten und da merkt man schon ihr Fehlen. Einen Erfahrungsbericht meines ehrenamtlichen Unterrichtens an der Lehrerschule für eine pädagogische Zeitschrift findet ihr ebenfalls auf meiner Weg-Seite vor, allerdings sind dazu Spanischkenntnisse nötig. Aller Wahrscheinlichkeit nach werde ich weiterhin an unserer Fachhochschule das Fach "Ethik und Moral" unterrichten, auch wenn der neue Erziehungsminister eine "Entkolonalisierung" des Unterrichtswesens angekündigt hat, und darunter könnte ja auch Religion fallen. Das Verhältnis Kirche-Staat im Bolivien nach der "Revolution" ist noch ungeklärt. Die bolivianische Bischofskonferenz schweigt sich zumindest was die Presse angeht, aus, und von staatlicher Seite gibt es auch keine Verlautbarungen bezüglich Religion.
Die etwas ruhigere Zeit in Llica nutze ich, um das Pfarrhaus neu anzustreichen. Jugendliche, die nicht im Drogenhandel verwickelt sind, helfen mir dabei. Der Tageslohn für ehrliche Arbeit beträgt an die 5 , der Schmuggel von einem Kilo Kokainpaste nach Chile wird mit 100-120 "entlohnt". Normalerweise transportiert solch ein Träger an die 10 kg, was ihm 1000 $ einbringt; also schon eine grosse Versuchung für unsere einfachen Leute, bzw. die Jugendlichen. Als "Anreiz" für solch ein kriminelles Treiben kommt hinzu, dass die Polizeikontrollen auf bolivianischer Seite gleich NULL sind. Man muss schon vorm Polizeiposten mit seiner Ladung hinfallen, um vielleicht ins Gefängnis zu kommen. Die neue Regierung will einen Ausbau des Koka-Anbaues erlauben, spricht aber gleichzeitig von Kokain NULL. Wie das funktionieren soll, ist mir schleierhaft. Soviel zu einem Thema, was man "normalerweise" aber nicht öffentlich anspricht ...
Die heftigen Regenfälle des Januars sind zum Stillstand gekommen, dafür wurde es bei meist wolkenlosem Himmel merklich kälter.
Mit herzlichen Grüssen
P. Dietmar Krämer
Datum: 19.02.2006 20.29 Uhr
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BAYERN MUNICH AUF TOURNEE |
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P. Dietmar Krämer
Email via Amateurfunk: CP4PG@WINLINK.ORG
Llica, am 29. Januar 2006
Liebe Leser meines Web-Tagebuches, liebe Sportsfreunde:
Am 19. Januar war es soweit. Frühmorgens um 5:00 Uhr fuhr der Bus mit einem
weiteren Kombiwagen vorm Pfarrhaus vor, die "Tigres" von BAYERN MUNICH, Boys
und Girls, stiegen ein und los ging es. Nach Tagen Dauerregens hatten wir
für die Reise einen trockenen und sonnigen Tag erwischt. Durch einige
Flussläufe kamen wir ohne grössere Probleme zur chilenischen Grenze, die wir
überquerten, um dann nach einigen Kilometern wieder auf bolivianisches
Territorium zu kommen, wo bei Pisiga der offizielle Grenzübergang ist.
Pisiga sahen wir schon aus der Ferne, doch verwehrte uns eine schlammige
Ebene die Weiterfahrt. Nachdem ich mit meinem Pfarrauto, was Vierradantrieb
hat, dreimal den Bus aus dem Dreck gezogen hatte, beschlossen wir, auf
festeren Wegen weiter nach Chile reinzufahren, um dann zum Grenzposten zu
kommen, in der Hoffnung, auf keine chilenische Grenzpatrouille zu stossen.
Denn wir waren zunächst ja "unerlaubt" in der Nachbarrepublik. Mit meinem
Auto fuhr ich vor und wir!
kamen schliesslich auch gut nach Colchane, dem chilenischen Grenzposten.
Dort meldeten wir uns "reumütig" bei den Carabineros, die den Notfall
verstanden und uns nach Bolivien weiterfahren liessen, wo wir ja offiziell
ausreisen mussten. Nach erledigten Grenzformalitäten kehrten wir nach Chile
zurück und reisten auch dort offiziell ein. Von den beiden bolivianischen
Busen war noch nichts zu sehen. Bald tauchten diese aber auf, zu meinem
Schrecken von einer Carabinero-Patrouille eskortiert. Das sollte ja
eigentlich vermieden werden. Zum Verhängnis war den Fahrern des Busses und
der Camioneta geworden, dass keiner weder Führerschein noch Autopapiere
dabei hatte. Solch ein Versäumnis mag man in Bolivien noch entschuldigen, im
geordneteren Chile aber nicht. Nun, unsere Jugendliche durften in einen auf
uns wartenden chilenischen Bus umsteigen und ich versuchte mit dem Capitán
der Polizei die Lage zu einer gütigen Lösung zu bringen, was mir
schliesslich auch gelang. Der Capitán,!
ein deutschstämmiger Chilene, war erst kurz zuvor von einem Lehrgang in
Hamburg zurückgekehrt und mir so verständnisvoll gestimmt. Gegen Mitternacht
kamen wir schliesslich gut bei unseren Freunden und Gastgebern in der
chilenischen Nachbarstadt Pica an. Für knappe 150 km waren wir einen Tag
lang auf Achse gewesen.
Zum Städtchen selber noch ein paar Erläuterungen. Pica ist eine Oasenstadt
inmitten einer Wüste, die grosse Teile Nordchiles ausmacht. Mangos, Orangen
und Limonen, also kleine Zitronen, werden dort angebaut. Dieser Anbau soll
auf Japaner zurückgehen.
Nach kurzer Nachtruhe war für Freitag eine Fahrt zur 90 km entfernt
gelegenen Hafenstadt Iquique eingeplant, wo der Tag am Strand verbracht
wurde. Bolivien hatte ja damals im Salpeterkrieg Ende des 19. Jahrhunderts
den Zugang zum Meer verloren und seitdem ist für den einzigen Binnenstadt
Südamerikas, neben Paraguay, das Meer eben sehr emotional belegt. Die
Rückfahrt nach Pica unterbrachen wir in Pozo Almonte, wo am Abend bei
Flutlicht ein erstes Fussballspiel gegen den dortigen Campeón der Region
stattfand. Das Stadion liegt, nebenbei bemerkt, direkt neben dem
Untersuchungsgefängnis, wo wegen Drogendelikte auch einige Lliqueños
einsitzen. Versteht sich, dass ich vor dem Spiel dort als Pfarrer von Llica
einen Besuch abstattete. Einige kannte ich ja.
Die Kicker von Pozo Almonte waren uns technisch wie auch konditionell
überlegen, wir verloren aber nur 2:0. Nach einem Abendbrot in deren Klubheim
ging es nach Pica zurück.
Am Samstag begann dann am Nachmittag das Fussballturnier mit dem Club,"1er.
de Mayo", als Gastgeber, sowie Matilla, La Huayca und uns. Wir spielten
gegen Matilla und gewannen nach dem 1:1 der regulären Spielzeit dann durch
Elfmeterschiessen. Also waren wir Finalisten! Nach dem Spiel erholten sich
die Jungs in der "cocha", einem Naturschwimmbecken, gespeist durch warme
Quellen. Versteht sich, dass während des sportlichen Teiles strengstes
Alkoholverbot galt. Nur "angeheitert zu sein", würde ausreichen, um auf
eigene Kosten nach Hause zu fahren.
Am Sonntag übernahm ich zunächst mit unseren Jugendlichen den
Sonntagsgottesdienst in der dem Apostel St. Andreas geweihten Pfarrkirche
von Pica. Pica hat keinen eigenen Pfarrer mehr, die Pfarrei wird vom 90 km
entfernten Iquique mitverwaltet. Teil der Pfarrdelegation war die
Musikfolkloregruppe der Pfarrei, "Brisas del Salar". Und die übernahmen auch
die musikalische Gestaltung der Messfeier. Unter den erfreulicherweise sehr
zahlreichen Kirchenbesuchern waren wir aus Llica aber die einzigen Vertreter
der Jugend, der Rest Mittelalter aufwärts ... wie in Deutschland.
Am späten Nachmittag fand dann das auch vom lokalen Radio und Fernsehen
angepriesene Endspiel zwischen Bayern Munich und La Huayca statt. Unsere
Jungs spielten recht gut und die Partie endete erneut mit einem 1:1. Für
mich als Torwart weniger erfreulich, denn wiederum stand ein
Elfmeterschiessen an. Doch war dieser Sonntag mein Tag, von 6 Elfmetern
hielt ich 3; immerhin etwas. Und so wurden wir dank des Torwarts "campeón".
Dass nach dem Spiel der das Elfmeterschiessen kontrollierende Linienrichter
von einigen schlechten Verlierern verklopft wurde, soll nur am Rande erwähnt
werden. Der erfolgreiche Tag endete dann mit der traditionellen "recepción"
der gastgebenden Clubs, bei der dann etwas "gebechert" werden durfte.
Neben unseren beiden Fussballmannschaften, der ersten und der zweiten
Mannschaft, waren natürlich auch 5 Bayern-Girls mit von der Partie. Diese
spielten Basket und Minifussball.
Wegen der schweren Regenfälle im Hochland Boliviens reisste die Mehrzahl der
Jugendlichen von der Grenze über Oruro nach Hause, derweil ich wieder auf
Umwegen, der direkte Weg durch den Salar von Coipasa war wegen dessen hohen
Regenwasserstandes unpassierbar, über chilenisches Staatsgebiet nach
Bolivien einreiste. Dazu musste ich bei vier Polizei-, bzw. Zollbehörden
vorsprechen. In Bolivien erwartete der Inspektor der "Migración" einige
Erfrischungsgertränke für sein Wohlwollen. Der vom Zoll meinte humorvoll,
dass würde bei ihm aber nicht genügen. Ihn gewannen wir dann aber mit
freundlichen Worten.
Alles in allem also ein abenteuerreicher, erfolgreicher und so
unvergesslicher Ausflug für die 30 Jugendlichen von Bayern Munich.
Am Sonntag des Endspieles wurde auch Evo Morales als neuer Präsident
Boliviens vereidigt. Mit geballter Faust schwor er auf die Verfassung. Der
"religiöse Teil" der Zeremonie fand diesmal ohne Kirche statt, Evo zog es
vor, dem Sonnengott Inti sowie der Mutter Erde zu huldigen. Der
bolivianische Sozialismus geht also mit einer Renaissance alter
Vorstellungen und Werte der Aymara-Kultur einher. Die Kirche steht derzeit
auf der Verliererseite.
Das soll es für heute gewesen sein, liebe Leser und Freunde. Neben dem
Bericht finden Sie auch Fotos unserer abenteuerlichen Fahrt auf meiner
Webseite vor.
Mit herzlichem Grüssen
Padre Dietmar.
Datum: 29.01.2006 16.44 Uhr
Datum: 18.02.2006 00.40 Uhr
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Ausflug in die Vergangenheit |
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Llica, am 04. Januar 2006
Liebe Web-Tagebuchleser:
Zum Beginn 'was zum "Lachen" ... "Die Regierung der USA seien alle
Terroristen", so äusserte sich kürzlich unser neu gewählter Präsident Evo
vor seiner Reise nach Kuba zu seinem Freund Fidel. Seitens der USA: eine
Null-Reaktion; man scheint ihn nicht sehr voll zu nehmen. Es stehen uns auf
alle Fälle bewegte Zeiten ins Haus.
Derzeit habe ich Besuch aus Deutschland in Llica und da wegen der
Schulferien wenig los ist in der Pfarrei fuhren wir heute zu einer alten
aufgegebenen Mine aus der Spanierzeit, Chinchilliway, ungefähr 40 km von
Llica entfernt. Da die Mine seit über 20 Jahren still liegt, bis dahin wurde
sie noch von Kooperativen ausgebeutet, war der Weg natürlich mehr als
schlecht. Doch mit Vierradantrieb kamen wir auf die 4.500 m hoch, wo die
Socavones, also die Stollen liegen. Von den Stolleneingängen hatten wir
einen herrlichen Blick auf die beiden Salzseen unserer Gegend, den Salar von
Uyuni und den von Coipasa. Waren die von den Kooperativen in den Berg
getriebene Stollen sehr enge Löcher, konnte man in die Stollen aus der
Spanierzeit immerhin an die 100 m beinahe aufrecht reingehen. Alle möglichen
Edelmetalle wurden allerdings in bescheidener Menge aus diesem Berg geholt.
Wie in jeder Mine so soll auch in der vom Chinchilliway ein "Tio", also
Minengeist hausen. Die "Funktion" des "Tio" ist, den Bergleuten die reichen
Mineraladern zu zeigen. Und dafür wird im gehuldigt, bzw. geopfert. Selbiger
soll auch schon häufig in Llica gesichtet worden sein, so wurde mir
berichtet. Er sei zudem ein Busenfreund vom Generaldirektor der
Fachhochschule, der immer erfolgreich ist. Nun, wer's glaubt, der glaubt's.
Der "Tio" wird normalerweise als Teufelchen dargestellt, mit Hörnern also.
Soviel zu dieser Story. Auch wenn es überall in Bolivien schon feste regnet,
entsprechend der Jahreszeit, in Llica ist es noch sehr trocken. Daran hat
der Minengeist aber keine Schuld, denn das Wetter fällt nicht in seine
Zuständigkeit.
Mit herzlichem Gruss vom Hochland Boliviens P. Dietmar.
Datum: 05.01.2006 00.59 Uhr
Datum: 18.02.2006 00.38 Uhr
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